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invia – gemeinsam unterwegs.

Time-out auf 2 300 Metern mit Lea Kaspar.

Seit vielen Jahren arbeitet Lea Kaspar in der Unternehmenskommunikation der Rhätischen Bahn (RhB) in Chur. Höchste Zeit für ein intensives Rendezvous mit ihrer lebenslangen Liebe: den Bergen. Vergangenen Sommer jobbte die junge Frau darum zwei Monate auf der SAC-Albignahütte.

Steine, Felsen, ein paar Gletscherreste am Rande Graubündens, im Bergell. Hier, wo sich Italien und die Schweiz eng umarmen, ist das Land wunderschön: Ein Stausee, ein paar Bäche, kleine Tümpel und je höher man geht, desto karger wird die Vegetation. Jetzt im Sommer ist die Luft geschwängert mit dem Geruch von Männertreu und Sonnenröslein, Eisenhut oder Arnika. Diese Blumen kommen mit dem späten Frühling, und gehen schon vor dem frühen Winter. Doch in der ihnen bemessenen kurzen Zeit blühen und duften sie, geben alles, verschwenden sich scheinbar sinnlos. Mit ihnen ist auch Lea Kaspar hier hinaufgekommen, genauer gesagt auf die Capanna da l’Albigna, die Albignahütte des SAC, auf 2 300 Metern. Seit ihrer Kindheit trägt die junge Frau in sich den Traum der Berge, den sie in diesem Sommer auf der Albignahütte einmal mehr wahr macht. Aber Träume müssen ja nicht zwangsläufig etwas Romantisches an sich haben. Und wenn 80 wander- und klettermüde Gäste bekocht, beauskunftet und betreut werden wollen, sieht das für Aussenstehende eher wie ein Alptraum aus. Aber Lea – auf SAC-Hütten ist man strikt per Du – ist ein bisschen wie die Alpenblumen. Mit leuchtenden Augen und einem Lächeln, das selbst jetzt im Stress des Mittagsservice nicht erlischt. Sie ist nicht allein hier oben in diesem wunderschönen Kletter- und Wandergebiet. Neben dem Hüttenwartpaar Annamaria Crameri und Martin Ruggli mit ihren Kindern arbeiten weitere Frauen auf der Hütte.

Offen für Anliegen

Lea und die Albignahütte, das ist aber eine Ausnahmesituation. Im Normalfall versorgt die studierte Gesellschaftswissenschaftlerin und Kommunikationsspezialistin nicht die Hüttengäste mit einheimischen Köstlichkeiten, sondern die RhB-Fahrgäste und -Mitarbeitenden mit Informationen. Als Teammitglied der Unternehmenskommunikation der RhB organisiert sie seit sieben Jahren Anlässe, schreibt Intranet-Beiträge oder vertritt ihre Arbeitgeberin an Messen. Aber eben – sieben Jahre sind eine lange Zeit. «Ich liebe meine Arbeit mit den Menschen in der RhB-Welt, die sich über den ganzen Kanton, aber auch darüber hinaus erstreckt», sagt sie in perfektem Churer-Dialekt, obwohl sie im Kanton Zug aufgewachsen ist und in Luzern studiert hat. «Aber ich wollte mal eine Auszeit, etwas anderes sehen, etwas anderes arbeiten, andere Menschen erleben, und eben … den Bergen noch näher sein.» So klopfte sie bei ihren Vorgesetzten an und bekam ein Time-out. «Das war problemlos – ich glaube, es hat damit zu tun, dass die RhB ihre Mitarbeitenden behalten will und darum für solche Anfragen offen ist.»

Spaziergängerinnen und Kletterer

Die Tage auf der Albignahütte beginnen in der Regel so um sechs Uhr und sind vor allem bei schönem Wetter durchgetaktet. «Hier oben können und müssen alle alles machen», sagt Lea. Also etwa Zimmer und Toiletten putzen, oder das Mittagessen für die Ausflügler vorbereiten, die sich mit der Seilbahn (Talstation nahe Vicosoprano, Postautohaltestelle «Pranzaira, Albigna») bis zum Stausee haben fahren lassen. Von dort ist es dann nur noch ein einstündiger, aber eher steiler Aufstieg bis zur Capanna. «Je nach Wetter kommen 70 bis 80 Leute – oder dann halt niemand», sagt Lea. Aber auch wenn niemand kommt: Zu tun gibt es hier oben immer. Die Albignahütte ist bekannt für eine frische Küche mit selbst eingemachten Gemüsen, Chutneys und Saucen, frisch zubereiteten Suppen und Kuchen. Sind die Tagesausflügler weg, kommen gegen Abend die Bergsteiger, Kletterinnen und Tourengänger. Die haben oft einen mehrstündigen Weg hinter sich; vor sich wollen sie dann einen vollen Teller sehen. «Wir kochen jeden Abend ein Viergangmenü», sagt Lea. «Die allermeisten benötigten Zutaten wie Fleisch, Brot, Gemüse, Käse oder Mehl beziehen wir aus dem Bergell.» In der Hochsaison fliegt der Helikopter alle zwei Wochen Nachschub auf die Albigna.

Time-out vom Time-out

Um 22 Uhr ist – wie auf allen SAC-Hütten – auch auf der Albigna für die Gäste Nachtruhe angesagt. Dann geht irgendwann auch Lea in ihr Zimmer, das sie mit drei Arbeitskolleginnen teilt. Aber klar, auch Hüttenwartinnen müssen mal ausspannen, mal ein bisschen Privatsphäre haben – vor allem bei diesem Arbeitspensum: «Nach einer Arbeitsperiode habe ich dann einige Tage frei. Wenn ich dann in Chur ankomme, muss ich mich erst wieder an die Hektik, den Verkehr, die Stadt gewöhnen. Aber ich geniesse natürlich auch die Annehmlichkeiten der äh … Zivilisation», sagt sie und lacht. «Nach einigen Tagen jedoch freue ich mich dann auch wieder auf die Berge.» Wohl auch deshalb, weil es hier oben Erlebnisse gibt, die man mit keinem Geld der Welt kaufen kann und die man in der Stadt höchstens im Kino sieht. Zum Beispiel dann, wenn am Abend doch noch romantische Stimmung aufkommt. Wenn vom Tal her die Schatten immer länger werden. Wenn die Sonne im Abgang nochmals alles gibt und die Gletscher und Berge ringsum für eine kostbare Weile lang rot leuchten lässt. Dann werden Gäste und auch Gastgeber fast andächtig ruhig im Anblick dieses Naturschauspiels, und Lea sagt: «Du kannst das wahrscheinlich tausendmal sehen, es berührt dich immer wieder tief in der Seele.» (ba)

invia
Publiziert am: 12.04.2024

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